EMDR & IFS in der Trauma Therapie

Was ist EMDR & IFS?

Tiefe Veränderungsprozesse können sich oft schwierig anfühlen. EMDR basiert auf Augenbewegungen die wir im REM Schlaf erfahren; und IFS beruht auf Systemtheorie. Beide Ansätze haben sich in der Trauma Arbeit als besonders effektiv erwiesen. Tiefverwurzelte, negative Erfahrungen aus der Vergangenheit lassen sich mit diesen Methoden auflösen und integrieren.

Nachdem Prinz Harry über seine Erfahrungen mit Trauma und Eye Movement Desensitisation and Reprocessing (bekannt als EMDR) berichtet hat, ist das Interesse an diese Methode deutlich gestiegen. EMDR ist ein wissenschaftlicher, therapeutischer Ansatz, der vom britischen National Institute for Health & Care Excellence (NICE) (siehe 1.6.18) zur Behandlung von Post-Traumatischer Stress Belastung empfohlen wird. In der modernen Traumatherapie reicht leider eine einzige Methode nicht immer aus. Deshalb müssen EMDR-Therapeuten, die in Großbritannien ausgebildet wurden in erster Linie vollqualifizierte und akkreditierte Psychotherapeuten sein.

EMDR ist leider keine schnelle Lösung, obwohl es die Therapiedauer erheblich verkürzen kann. Ich nenne oft das Beispiel eines Unfalls. Wenn sie in einem liebevollen Zuhause mit relativ fürsorglicher Erziehung aufgewachsen sind, kann die Verarbeitung eines einzelnen Ereignisses schnell sein. Innerhalb weniger Vorbereitungs- und Verarbeitungssitzungen kann der Unfall in ihr System integriert werden. In der Realität sieht die Situation etwas anders aus. Klienten kommen oft zur Therapie, weil sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, aber wissen nicht genau, was es ist. Oder es gibt ein Gefühl des Zerrissenseins durch widersprüchliche Bedürfnisse, begleitet von Gefühlen der Unsicherheit, Scham, Schuld, Traurigkeit und so weiter.

Um diese widersprüchlichen Bedürfnisse und Emotionen zu verstehen, greife ich auf Internal Family Systems (IFS) zurück. Dieser Ansatz ist relativ neu im Vergleich zu EMDR, hat aber bereits einige vielversprechende wissenschaftliche Studien die die Wirksamkeit bestätigen. Aus meiner klinischen Erfahrung ist IFS bei weitem der effektivste Ansatz, um Stress am Anfang der Therapie und während der gesamten Behandlung zu reduzieren.


Wie funktioniert EMDR- und IFS?

Die ersten Sitzungen dienen dem gegenseitigen Kennenlernen und sind unverbindlich. Am Anfang der Therapie kann sich der Stresspegel hoch anfühlen. IFS bietet eine einfache, systematische Herangehensweise um relativ schnell innere Konflikte zu verstehen und zu entschärfen. Wenn wir unser Innenleben genauer beobachten, wird ziemlich schnell klar das viele Denk- und Fühl-Vorgänge gleichzeitig ablaufen. In IFS werden diese unterschiedlichen Prozesses als Teile mit unterschiedliche und oft widersprüchlichen Rollen und Bedürfnissen verstanden. Durch Einsicht und Verständnis in diese Prozesse lässt sich Stress relativ schnell abbauen.

Nachdem wir die Ursachen ihres Stresses verstanden haben, entscheiden wir, ob EMDR Teil ihrer Behandlungsstrategie werden sollte.

EMDR nutzt die natürliche Heilkraft Ihres Körpers. Augenbewegungen werden mit einem visuellen Reiz vor ihrem Gesichtsfeld erzeugt. Diese Art von Augenbewegungen finden oft im REM-Schlaf statt, wenn wir Ereignisse aus dem Tag verarbeiten. EMDR lehnt sich an diesen natürlichen Vorgang an und erlaubt es uns schwierige Ereignisse bei vollem Bewusstsein aufzulösen und in unser System zu integrieren.

Wie lange dauert die Behandlung?

EMDR kann eine kurze fokussierte Behandlung (6-8 Sitzungen) oder Teil eines längeren Psychotherapieprogramms (offenes Ende) sein. Die Sitzungen dauern 50 bis 90 Minuten.